Barley Wine: Das Bier mit der Seele eines Weins

Barley Wine: Das Bier mit der Seele eines Weins

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6. September 2021
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Auch wenn es der Name vermuten lässt, das Barley Wine ist kein Wein! Der Name des Bieres stammt von seinem hohen Alkoholgehalt, welches eher an einen Wein als an ein Bier erinnern lässt. In diesem Blogpost dreht sich alles um den Bierstil und gemeinsam klären wir spannende Fragen.

Steckbrief

  • IBU: 20-40 IBU
  • Stammwürze: 15-25°P
  • Alkoholgehalt: 9-14%
  • Hefe: obergärig
  • Aroma: süß, malzig, hopfig, erdig
  • Aussehen: von dunkelgold, bernsteinfarbig, bis zu tiefschwarz

Welche Charakteristika zeichnen Barley Wine aus?

Das Barley Wine ist ein relativ schweres und dunkles Bier. Das liegt vor allem an dem hohen Alkohol- und Stammwürzegehalt, der oftmals sogar über 20°P liegt. Mit einem IBU von 90 weist das Bier eine hohe Bittere auf, welche keine Seltenheit ist. Dem Barley Wine verleihen Aromahopfen wie Cascade oder Chinook den fruchtigen Charakter in Geruch und Trunk. Gerade der Aromahopfen Chinook ist ein typischer Hopfen, der beim Brauen eines Barley Wines eingesetzt wird. 

Auch wenn sich die Barley Wines sehr unterscheiden können, sind sie im Antrunk süßlich fruchtig und weisen ein malziges Aroma auf, welches an getrocknete Früchte erinnert. Darüber hinaus weisen die Barley Wines auch einen leichten, erdigen Geschmack auf. Erst im Abgang macht sich die Bittere des Bieres bemerkbar. Die Bittere ist aber zwingend notwendig, da das Bier ansonsten zu fruchtig und zu süß wäre. Gerade die vollmundige Intensität und die Bittere machen diesen Bierstil aus und sind gleichzeitig der Grund, warum das Bier entweder geliebt oder gemieden wird. 

Das Bier hat in den meisten Fällen eine sehr instabile Schaumkrone. Das liegt daran, dass bei diesem Bier im Durchschnitt mehr Malzzucker eingesetzt wird, was wiederum zu einem hohen Verzuckerungsgrad des Malzes führt. Es ist nicht unüblich, dass das Bier in alten Weinfässern gelagert wird, denn dadurch wird dem Bier ein zusätzliches Weinaroma verliehen. Das Bier wird zwischen 18 und 28 Monaten gelagert. 

Welche Geschichte steckt hinter dem Bierstil?

Was steckt hinter diesem Bierstil und in welchem Zusammenhang steht der Bierstil mit dem Wein? Diese spannende Frage klären wir im Folgenden auf. 

Der bekannte Bierstil wurde bereits im 18. Jahrhundert in England gebraut. Jedoch zogen damals die Menschen der britischen Oberschicht den Wein dem Bier vor. Denn Wein galt damals sogar als reiner als normales Wasser. Aus diesem Grund wurde versucht das Bier beliebter zu machen, indem diesem die Seele eines Weins verpasst wurde. Für die Reifung des Bieres wurden häufig Wein-, Cognac-, Whiskey- oder Portfässer benutzt. 

Blickt man zurück ins 19. Jahrhundert auf die Zeit des napoleonischen Kriegs, wo viele Weinlieferungen aus französischen Städten ausblieben und die Menschen es nicht wagten, auf eigene Faust den Wein zu bestellen, stellt man fest, dass der Bierstil gerade zum richtigen Zeitpunkt revolutionierte. Denn die Menschen konnten und wollten nicht auf ihr geliebtes Getränk mit höherem Alkoholgehalt verzichten. Dieses versprach ihnen nämlich Gesundheit und vor allem Heiterkeit. 

Wo kann man Barley Wine heute noch genießen?

Bereits in den 1970er Jahren begannen auch amerikanische Brauereien damit, den britischen Bierstil mit in ihr Sortiment zu adaptieren. Das Einsetzen vom amerikanischen Bitterhopfen verleiht dem Bier einen neuen Geschmack im Vergleich zum britischen Original. Daher lässt sich der Bierstil heute in den britischen und amerikanischen Bierstil untergliedern. Das britische Original verzeichnet einen blumigen und nicht ganz so bitteren Geschmack, während bei der amerikanischen Variante ein fruchtiger und extrem bitterer Geschmack das Geschmackserlebnis abrundet. 

Auch wenn sie sich geschmacklich unterscheiden, haben die beiden vieles gemeinsam. Alle Barley Wines werden heute mit einheimischen Hopfensorten gleich stark gehopft. Sehr häufig werden die Biere noch nach dem Parti-Gyle-Verfahren aus der Vorderwürze hergestellt, mit obergäriger Hefe vergoren und anschließend in Holzfässern gereift.

Zu erwähnende Biere

  • Old Foghorn, Anchor Brewery, San Francisco, USA
  • Helldorado, Firestone Walker Brewery Co, El Paso de Robles, USA
  • Moon Gazer Bob’s Tale, The Norfolk Brewhouse, UK

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