24. September 2020| 148 views

Bockbier gehört zu den Starkbieren. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Bockbiere. Sie können sowohl untergärig, als auch obergärig und hell sowie dunkel sein.

Steckbrief

  • Alkoholgehalt: 6-14%
  • Stammwürze: über 16°P
  • IBU: 25-35 IBU
  • obergärig oder untergärig
  • Malznote: süßliche Malznote
  • Hopfennote: ganz dezent
  • Aroma: süßlich, sehr malzig, brotig
  • Farbe: bernsteinfarben und heller

Geschichte

Ursprünglich sind Bockbiere Norddeutsche Biere, auch wenn man sie eher in Bayern verorten würde. Der ursprüngliche Name des Bieres war „Einbecker Bier“, benannt nach der Stadt Einbecker in Niedersachsen, seiner Heimatstadt.

Das Bier war früher eine Luxusware. Es war bekannt als gutes und teures Bier und wurde teilweise bis nach Italien exportiert. Um es für diese langen Strecken haltbarer zu machen, hat man das Bier stärker eingebraut. Der Stammwürzegehalt ist also ziemlich hoch, was es zu einem schweren und alkoholreichen Bier macht.

Das Einbecker Bier wurde jahrelang auch nach Bayern exportiert. Da dies aber auf Dauer zu teuer wurde und die Anfrage immer mehr stieg, wurde in der Münchner Innenstadt das Hofbräuhaus gebaut. Man versuchte ein Bier zu brauen, dass dem Einbecker Bier geschmacklich gleichkam, jedoch zunächst ohne Erfolg. Daraufhin holten sich die Münchner einen Braumeister aus Einbeck dazu. Das nun erfolgreich gebraute Einbecker Bier wurde durch den bayrischen Dialekt in München „Ainpöckisch Bier“ genannt. Mit der Zeit bekam es den Spitznamen „Ainpöck“ und später dann Bockbier.

Verschiedene Bockbiere

Die Bockbierzeit in Bayern geht von November bis Dezember. Zu den verschiedenen Jahreszeiten, werden verschiedene Bockbiere getrunken. Dabei gibt es zum Beispiel den Dunkelbock, den Festbock (Weihnachtsbock) und den Maibock. Die verschiedenen Bockbiere variieren in ihrer Farbe, Malzigkeit und Stärke.

Der Bock ist die Grundlage für alle Arten von Bockbieren. Der Doppelbock (auch Fastenbock genannt) ist das stärkste Bier unter den Bockbieren. Es hat einen Stammwürzegehalt von mindestens 18°P und einen Alkoholgehalt von 7 bis 10%. Das ist zwar nicht doppelt so stark wie ein normales Bockbier, aber so stark wie es brautechnisch eben möglich ist. Der Doppelbock galt früher als Nahrungsmittelersatz in der Fastenzeit. Das Bier wurde von Mönchen und Nonnen sogar teilweise „flüssiges Brot“ genannt.

Eisbock

Der Eisbock ist eine konzentrierte Version eines Bieres (meist Bock oder Doppelbockbiere). Der Alkohol und die Geschmackskomponenten werden durch eine Gefrierkonzentrierung herausgefiltert. Daraus entsteht die Bierspezialität, der Eisbock, dessen Alkoholgehalt meistens über 10% liegt.

Der Legende nach entstand der Eisbock durch Zufall in einer kalten Winternacht 1890. Ein Brauer soll ein paar Fässer draußen stehen gelassen haben. Durch die extreme Kälte sind die Fässer eingefroren und platzten schließlich auf. Zur Strafe musste er die im Inneren des Fasses übrig gebliebene braune Flüssigkeit trinken. Von Strafe konnte man hier allerdings nicht reden, denn zur Überraschung aller schmeckte dies vorzüglich. Und so war der Eisbock geboren.

Eine Anleitung zum Eisbock zuhause selber machen findet ihr hier.

Bierstacheln

Bockbiere eignen sich außerdem besonders gut zum Bierstacheln. Beim Bierstacheln wird ein Eisen (am besten mit einem Bunsenbrenner) auf ca. 600°C erhitzt und für wenige Sekunden in kaltes Bier getaucht. Dabei karamellisiert der Restzucker und es entsteht ein warmer, cremiger Schaum. Das Bier kann nun durch den warmen Schaum getrunken werden – perfekt für den Winter! Abgesehen von der angenehmen Trinktemperatur wird dem Bier auch ein außergewöhnlicher Geschmack verleiht.